Was sind Projektkaffees und warum sind sie uns wichtig?
Projektkaffee heißt für uns: Qualität, die am Ursprung beginnt. Transparente Herkunft und Fairness entlang der gesamten Kaffeekette gehören für uns zusammen – mit besseren Bedingungen für Produzenten, verlässlichen Partnerschaften und konkreter Wirkung vor Ort. Viele unserer Kaffees unterstützen soziale Projekte und stärken Umweltschutz, Naturschutz und Artenschutz in den Anbauregionen. So entsteht Kaffee mit Tiefe – in der Beziehung und in der Tasse.
Brasilien Honey - Igarapé
Region: Alto Paranaíba, Minas Geiras
Höhe: 890 – 1,250 m
Varietät: Mundo Nuovo, Red Catuai
Prozess: Natural – Honey


Igarapé ist ein Projektkaffee in Reinform: ein Kaffee, bei dem Herkunft, Partnerschaft und konkrete Wirkung zusammengehören. Ein Schiffscontainer des Rohkaffees schützt und bepflanzt 1 Hektar Amazonas-Regenwald – weil pro Container über 5.300 US-$ direkt über die Organisation „IDESAM“ in das Apuí Emergency Fund Programm fließen.
Im Sommer 2019 erlebte der Amazonas eine historische Welle an Waldbränden, mit massiven Folgen für Klima, Tierwelt, Wasserzyklen und die Menschen vor Ort. Und während die Welt 2020 auf die Corona-Pandemie blickte, brannte der Regenwald weiter, teils sogar stärker als im Jahr zuvor. Apuí, rund 450 km südlich von Manaus, war 2019 eines der am stärksten betroffenen Gebiete. Als landwirtschaftliche Expansionsregion seit den 1980ern hat sich dort über Jahrzehnte eine Praxis etabliert, Regenwald durch Brandrodung in Nutzfläche zu verwandeln, eine tragische „Feuerkultur“, die Natur und Lebensgrundlagen dauerhaft beschädigt.
Genau deshalb gibt es Igarapé. Der Apuí Emergency Fund setzt auf vier Säulen: Brände besser verstehen, die Bevölkerung sensibilisieren, lokale Feuerwehren unterstützen und Schäden langfristig heilen. Durch Wiederaufforstung sowie Agroforst- und silvopastorale Systeme (Weidewald) wird die Landwirtschaft und der Waldschutz zusammengebracht.
Damit dieses Engagement nicht nur ein kurzfristig wirkt, sondern bleibt, ist Igarapé als mittel- bis langfristige Partnerschaft gedacht – auch bei der Kaffeeauswahl: Die Lots stammen aus Minas Gerais (Alto Paranaíba) und wurden nicht nur nach Tassenprofil, sondern auch nach verlässlicher Verfügbarkeit ausgewählt. In der Tasse zeigt sich das als ruhige, klare Süße: Milchschokolade, Karamell und Nuss, mit cremigem Körper.
Costa Rica - Jaguar Honey
Region: Tarrazú, San José
Höhe: 1.600 – 1.900 m
Varietät: Caturra & Catuai
Prozess: Natural – Honey
Jaguar Honey verbindet zwei Dinge, die für uns zusammengehören: Herkunft mit Handschrift – und Wirkung mit Substanz. Dieser Kaffee kommt aus Tarrazú (San José), einer der bekanntesten Hochlandregionen Costa Ricas, und wird im Beneficio San Diego aufbereitet – einer der modernsten Mühlen des Landes.
Aufbereitet ist er als Yellow Honey: Die Kirsche wird entpulpt, ein Teil der Mucilage bleibt auf dem Pergament und trocknet dort an. Im Vergleich zu anderen Verfahren ist der Wasserverbrauch niedrig. Gleichzeitig entsteht eine feine Säure, die zwischen gewaschenem und trocken aufbereitetem Kaffee liegt – klar, süß und kontrolliert, mit weniger Fermentationsrisiko.
Der Kern von Jaguar Honey ist aber sein Artenschutz-Projekt: Für jedes Quintal (rund 46 kg) Jaguar Honey spendet Volcafe Select 1 US-Dollar an die Organisation „Fundación Pro Zoológicos“ (Fundazoo). Fundazoo arbeitet in Costa Rica an Biodiversitätsschutz über Forschung, Habitat-Management und Bildung – unter anderem in Zusammenarbeit mit der IUCN.
Seit 2010 unterstützt das Programm gezielt den Schutz von Jaguaren – einer sogenannten „umbrella species“. Wenn ihre Lebensräume geschützt werden, profitieren viele weitere Arten gleich mit. Über die Jahre konnten so rund 20.000 US-$ für das Jaguar-Programm mobilisiert werden.
Kenia - Kedovo
Region: Nyeri, Mount Kenya
Höhe: 1.750 m
Varietät: SL28, Ruiru 11 und Batian Sorten
Prozess: Gewaschen




Unser Kenia KEDOVO ist für uns mehr als ein Projektkaffee – er ist eine Partnerschaft, die dort ansetzt, wo Qualität wirklich beginnt: bei den Menschen und ihren Möglichkeiten vor Ort.
KEDOVO e.V. arbeitet seit 2013 gemeinsam mit einer lokalen Partnerorganisation in Kenia. Im Mittelpunkt steht die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen in ländlichen Regionen Zentralkenias – mit besonderem Fokus auf Frauen, Jugendliche und Kinder. Was uns an KEDOVO überzeugt, ist der Ansatz „Hilfe zur Selbsthilfe“: Statt kurzfristiger Hilfe entstehen Strukturen, die bleiben – Projekte, die sich nach einer Anlaufzeit selbst tragen und Einkommen ermöglichen.
Das Kaffeeprojekt richtet sich an Kleinbauern in Nyeri, rund um den Mount Kenya. Dort wachsen Kaffeepflanzen auf roten, vulkanmineralischen Böden in etwa 1.750 Metern Höhe – beste Voraussetzungen für aromatischen Kaffee. Und trotzdem geben viele Kleinbauern den Kaffeeanbau auf: weil Werkzeuge fehlen, weil die Vermarktung intransparent ist und weil am Ende zu wenig bei den Produzenten ankommt.
Gerade in Nyeri ist Kaffee Handwerk: Viele Kleinbauern bauen SL-28 und SL-34 an – hochwertige, aber empfindliche Varietäten. Geerntet wird selektiv von Hand, nur wenn die Kirschen wirklich reif sind. Das ist aufwendig, verlangt Erfahrung und häufiges Pflücken. Aber genau dieser Aufwand wird oft nicht fair bezahlt. Qualitätsbewertung und Preisverhandlungen passieren häufig ohne die Bauern – Zwischenhändler und Makler bestimmen den Preis. Die Folge: Schulgeld wird zur Belastung, medizinische Versorgung zur Ausnahme – und der Kaffeeanbau wird aufgegeben.
Das KEDOVO-Projekt setzt genau dort an – ökologisch und ökonomisch:
Schulungen mit qualifizierten Trainern für nachhaltige Agrarwirtschaft, damit Erträge und Qualität steigen.
Ein Kaffee-Qualitätszentrum, damit die Ernte fair bewertet wird und nachvollziehbar wird, wie sich Qualität und Preis zusammensetzen.
Besserer Marktzugang durch Selbstvermarktung: weniger Zwischenhändler, mehr Transparenz in der Lieferkette und eine realistische Chance auf faire Preise.
Bei diesem Kaffee geht es nicht nur um Geschmack, sondern um das, was dahinter möglich wird: faire Preise, mehr Transparenz, Wissen vor Ort – und eine Perspektive für den Kaffeeanbau.

